Dienstag, 19. April 2011

Long Time No Talk

Mittlerweile bin ich in Brisbane und die Jungs wieder unterwegs in Richtung Sydney. Die Reise begann denkbar schlecht mit einem fetten Strafzettel. Aber wenigstens die Sonne schien. Abends hielten wir an einer Raststätte am Highway und auch die folgenden Nächte verbrachten wir auf Rastplätzen oder in Nationalparks.

Brian im australischen Sonnenuntergangs-Licht. Ein Traum.

Unser Glücksbringer-Rückspiegel-Anhänger ausm sydneyschen Chinatown

Mit Brian am Strand cruisen. Sind auch nur ein Mal stecken geblieben. Passt doch.

Frisbee spielen am Strand

Fahrrad fahren am Strand von SURFERS PARADISE

Surfers Paradise

Nixe mit original totem Fisch

Glasshouse Mountains

Sorry, Freunde, ich bin zu faul zum Schreiben und ich weiß auch nicht, warum die Bilder so eine komische Auflösung haben und unscharf sind. Bis Bald.

Dienstag, 29. März 2011

Weiter gehts...

Ja, und dann kam Melbourne. Was für ein Abenteuer.

Im Stadtverkehr irren wir herum, bis wir die Abgabestation für unseren Campervan finden. Ich putzt hier und da noch ein wenig, die Mitarbeiter sind zufrieden und mit dem Taxi fahren wir durch die halbe Stadt ins schöne Viertel St. Kilda, zur Rezeption unserer Unterkunft, die sich wirklich nur als Rezeption und nicht als tatsächliche Unterkunft herausstellt. Mit dem Taxi sollen wir also zum Apartmenthaus gebracht werden und warten und warten. Mehrere Taxifahrer lehnen uns ab, da 3 Personen und hundert Taschen zu viel für ein kleines Taxi seien. Der von der Rezeption bestellte Taxifahrer sieht das genauso, nicht so die Rezeptionistin und nach einigen Beschimpfungen ihrerseits sitzen wir im vollbepackten Taxi. Der Fahrer hatte vermutlich den Kopf noch ganz voll und fährt uns zur falschen Adresse. Das bemerken wir aber auch erst, als das Taxi weg ist. Also kommt ein Mitarbeiter persönlich und bringt uns zum wunderschönen, sauberen Apartment mit riesigen, weichen Betten mit eeeeechter (Daunen?)Bettwäsche. Achja, wie lange hatte ich das nicht mehr...

Von unserer neuen Unterkunft aus, erkunden wir in den folgenden Tagen St Kilda und Melbournes Innenstadt. Da gibt es einiges zu gucken und wie schon in Sydney zieht es uns hoch hinaus und wir verschaffen uns von einer Aussichtsplattform im 88ten Stock einen guten Überblick über die Stadt. Von dort oben wird sogar eine Radioshow gesendet.

Nachdem ich Freitag Mama und Papa in den Bus zum Flughafen gesetzt habe, treffe ich die Jungs und Brian, die uns endlich eingeholt haben. Nachdem Umbau wird mein Gepäck irgendwie verstaut, aber vorher muss noch aussortiert werden. Ein Koffer, ein paar Klamotten und ausgelesene Bücher landen auf unserer inneren Spendeliste für Vinnie's – einem Laden, indem gebrauchte, gespendete Sachen für den guten Zweck wiederverkauft werden. Läuft gut und gibt’s überall im Land. Leider am ganz anderen Ende von Melbourne, also kommt doch alles wieder mit.

Wir gehen in St Kildas bestaussehendster Straße (lauter Törtchen in den Schaufenstern) einen Schlummertrunk trinken und dann ab ins Bett.

Ich schlafe im Hostel und die Jungs illegaler Weise im Auto auf dem Parkplatz. Aber da sind sie nicht alleine (also von wegen illegal und so), denn am nächsten Morgen, als ich frierend darauf warte, dass die Herzbuben aus dem Auto krabbeln, sehe ich auf der anderen Straßenseite einen Mann, der durchs angekippte Fenster und unter der Tür die Bewohnerin übel beschimpft. Ihr Geld will er dann am Ende auch nicht mehr, er würde sie lieber erwürgen. Um seinen Aussagen noch mehr Geltung zu verleihen, schmeißt er noch mit einem Mauerstein die große Fensterscheibe kaputt und geht. Ich glaube, es war keiner zuhause.

Frühstück im Park, Zähneputzen am Straßenrand und wir machen uns auf den Weg Richtung Shepparton, ca. zwei Stunden nördlich von Melbourne, wo wir in den nächsten Tagen nach Fruitpicking-Arbeit suchen wollen. Erstmal ist jedoch Wochenende und wir verbringen zwei sonnige auf einem kleinen Campingplatz irgendwo im Nirgendwo mit faul im Gras liegen, pokern, Frisbee spielen (Jahaaa, Papa, ich kanns jetzt ein wenig!) und all so einen pipapo. Die Jungs trampen in die nächste Stadt, um ein bisschen einzukaufen und werden vom selben Autofahrer wieder zurückgebracht. Hach, ist das entspannt hier.

Am Montag fahren wir zur Agentur in Shepparton, die Fruitpicking-Jobs vermittelt, füllen allerhand Gedöns aus und lassen unsere Hoffnungen von der Mitarbeiterin niedermachen, die sagt, sie hätte im Moment nichts für uns. Also erstmal Stadt erkunden, Wifi suchen und Hendrik beschwatzen, sich endlich eine Gitarre zu kaufen, nachdem wir schon in der Hitze zum Laden gelaufen sind. Der Verkäufer macht ein Angebot und schenkt Gabriel noch eine Mundharmonika. Wir sind jetzt eine Band. Ich bin da auch drin, denn das ist cool und ich bin cool und deswegen ist die Band cool und das ist meine einzige Aufgabe. Dann ruft die Agenturdame doch noch an und wir dürfen am nächsten Tag Pfirsiche pflücken. Wahrscheinlich hat sie von unserer neuen Coolness gehört.

Erfreut machen wir uns auf zur Farm, die irgendwo zwischen Mooroopna und Toolamba liegt und weitaus langweiliger und unexotisches ist, als es vielleicht klingt. Wir treffen den grimmigen Darren und am nächsten Tag den lustigen Neville, die auf ihren Mini-Traktoren durch die Felder ruckeln und Kisten und Backpacker durch die Reihen fahren. Fruitpicking bedeutet also wieder die alte Leier: riiiichtig früh aufstehen, sodass es noch bitterkalt und stockduster ist und man sich geradeso einen unbeschmierten Toast runterwürgen kann, dann auf den Wagen klettern, sich aufs Feld ziehen lassen und los geht’s mit dem fröhlichen Pflücken. Wir bekommen eine Beutelkonstruktion, die man sich um Hals und Schultern hängt und die man unten öffnen kann. Plus (für mich) schwere und hohe Leiter. Also hoch in den Baum und alles Gelbe bis Orange rein in den Beutel, dann runterklettern, zum großen Behälter gehen, der auf einem Wagen in unserer Baumreihe steht, Beutelklappe auf und ab dafür. Am ersten Tag schaffen wir zu dritt, drei dieses Behältnisse. Das heißt 38 Dollar für jeden. Absoluter Hungerlohn. Am nächsten Tag schaffen wir vier Behälter. Keine Ahnung, wie wir mehr hätten schaffen können. Am dritten Morgen ist unsere Motivation endgültig im Keller. Die ganze Nacht hat es in Strömen geregnet. Die Campingwiese ist überflutet und auch Hendriks Zelt schwimmt ein wenig mittem im Gras. Wasserbetten hatten wir uns anders vorgestellt. Aus dem sicheren Auto heraus, sehen wir, dass auch sonst niemand aufsteht, also schlafen wir weiter. Am Nachmittag scheint die Sonne wieder, die Jungs musizieren und wir wollen kündigen, aber kein Neville in Sicht. Noch am nächsten Tag steht die Wiese unter Wasser und man kommt nur barfuß und mit hochgekrempelten Hosen zum Klo. Früh aufstehen und mit Klimperwimpern sagen, dass wir gerne los möchten, obwohl man doch 24 Stunden vorher bescheid sagen muss. Aber der Neville lacht nur und wünscht uns alles Gute. Also noch ein paar Stündchen ins Bett, bis der Farm-Obermacker vorbeikommt und sagt, dass wir verschwinden sollen. Also Auto zusammenpacken, Abwaschen und vorbeilaufendes Lämmchen streicheln. Ja, ich bin mutig. Das Lämmchen aber auch. Vor Hendrik läuft es weg. Hach, das weiß vermutlich, was richtig ist – obwohl, von den Gänsen hat es sich auch beißen lassen.

Gut gelaunt und singend machen wir uns also wieder auf den Weg Richtung Melbourne, unterwegs machen wir am Rastplatz Pfannkuchen und gebratenen Käsetoast, trocknen das Zelt und weil es hier so viel schöner als auf der nassen,alten, dreckigen Farm ist, holen wir auch noch die Gitarre, Frisbee und Kamera raus.

3 Nächte übernachten wir auf einem Poser-Campingplatz voll mit fetten Wohnmobilen am 12km vom Zentrum entfernt, Hostels waren ausgebucht. Von da aus fahren wir mit der Tram ins Zentrum und ein anderes lustiges Viertel. Am Dienstag ziehen Hendrik und ich ins Hostel, Gabriel und Brian sind auf der Great Ocean Road. Wir haben großen Pläne: Bald geht’s zurück zur Ostküste und dann wird richtig was erlebt, Freunde! Freu mich, bis Bald! Herz..

Sonntag, 13. März 2011

Achtung, hier schreibt Mama! Teil 2

Tag 10

Trotz Betthupferl-DVD „Tatsachlich Liebe“ (ja, das geht immer, auch im Spätsommer): Die erste kalte Nacht steckt uns zum Frühstück noch in den Knochen. Aber der Besuch von fröhlich spektakelnden weißen Kakadus macht das wieder wett. Eigentlicher Plan für heute war Abschied von Mariechen. In Batesman Bay wollten wir Gabriel und Hendrik treffen und Marie sollte in ihr Auto umsteigen. Aus dem Abschied wurde nix. Die Jungs kamen nicht so fix ran. Weil unsere Australienzeit begrenzt ist, entscheiden wir uns für schnell dafür zu dritt bis Melbourne weiter zu touren. Ob ich darüber dolle traurig war? Dreimal dürft ihr raten.

Eine lange Autofahrt führt uns durch herrliche, weite, hügelige, grüne Landschaften nach Eden. Obendrauf heißt unser wunderschön gelegener Campingpark GARDEN of EDEN. Paradiesisch.


Tag 11

Tachostand heute 1. 008 km. Touren von Eden bis Lakes Entrance, überschreiten dabei die Grenze zwischen New South Wales und Victoria. Hinweisschilder am Rand des Highways warnen uns, dass es verboten ist, Obst nach Victoria einzuführen. Wir schmuggeln 3 Äpfel, 1 Birne, 1 Handvoll Kirschen und ein paar Weintrauben über die Grenze. Werden zum Glück nicht erwischt. Auf einem Rastplatz in der Pampas trifft Marie zwei süddeutsche Jungs (entweder Stuttgarter, die in München wohnen oder Münchener, die in Stuttgart wohnen) , die sie aus Cairns kennt. So groß ist Australien wohl gar nicht? Dann zieht sich die Strecke, Ortschaften werden seltener und auf dem Highway 1 wird es irgendwann auch etwas unheimlich. Gut 120 km fahren wir durch abgebrannte Wälder. Zunächst bemerken wir nur die verkohlten Baumstämme. Die Kronen sind noch (?) grün und das Buschwerk ebenso. Doch bald nur noch schwarze Stämme und braunes, totes Laub. Es riecht nach frischem Brand. Am Horizont entdecken wir dicken, jedoch örtlich begrenzten Rauch. Wir vermuten, dass da gerade ein Feuer brennt. Irgendwie dann doch bedrückend. Es ist das erste Mal, dass wir so nah mit einer der gefährlichen Naturgewalten Australiens in Berührung kommen. Wobei uns ja nichts passiert und wir unbehelligt durch das Land fahren. Die Menschen hier leben mit den Gegebenheiten, hin und wieder passieren wir einzelne Anwesen inmitten des Waldes. In einem witzigen urigen Straßenladencafe tanken wir bei extra starken Cappucino und Super-Hotdogs wieder neue Energie. So schaffen wir’s bis Lake Entrance und schlagen unser Nachtlager auf. Baden im Meer geht wegen der starken Brandung leider nicht. Dafür geht das Internet- juche! Aber zum Bloggen reicht die Verbindung nicht. Bling-weg ist sie.


Tag 12

Unser Ziel weit im Westen: Phillip Island. Ja, nun kommen sie, die berühmten Fairy Penguins (eigentlich Little Penguins, aber Fairy ist so viel schöner). Ach, darauf hatte ich mich schon zu Hause gefreut. Die mussten also unbedingt mit ins Reiseprogramm. Von der Penguin Parade erzähl ich euch dann, wenn ihr mögt. Schaut derweil einfach unter www.penguins.org.au Wir haben sie watscheln gesehen unter einem sterneklarem Himmel.


Tag 13

Das war der Koala-Tag. Denn die wollte ich wenigstens so dringend sehen wie die Pinguine. Auch das ist auf Philip Island möglich- im Koala Conservation Centre. Da liest sich der Besucher durch viel Wissenswertes über diese possierlichen Tiere, ehe er den sogenannten Treetop-Walk begehen kann. Haben wir gemacht und befanden uns beinahe auf Augenhöhe mit den knuffigen Koalas auf ihren Eukalyptusbäumen. Habe zahlreiche Fotos gemacht. Mich allerdings vor Aufregung total verzoomt. Von den etwa 150 Koala-Zoom-Bildern sind bestimmt 4 was geworden. Meine zwei Liebsten lächeln über sowas nur milde. Und ich kann von Glück sagen, dass Marie auch 3 Fotos gemacht hat. Es gibt also Bilder, Freunde.

Und weil es so schönes Wetter war fuhren wir hinterher zum Surf Beach zum Baden, zum entspannten Bummel nach Cowes und zum Abend ganz in den Westen der Insel zu den Nobbies. Da sahen wir zwar keine Seehunde, aber genossen wieder einmal traumhafte Ausblicke auf Meer und Festland. Abends gab’s Gegrilltes, oder wie es hier heißt BBQ. Lecker.


Tag 14

Es regnete die ganze Nacht hindurch, auch morgens noch. Das Sonntagsei gibt es also im Auto. Es klart auf und wir steuern unser nächstes geplantes Ziel an: die vielgepriesene Great Ocean Road. Dafür fahren wir in einem Halbkreis von Phillip Islands über Melbourne wieder an die Küste. Und erreichen heute den Ausgangspunkt für die Great Ocean Road: Torquay. Vor einigen Jahren waren wir in Cornwall in einem Ort gleichen Namens. Tatsächlich erinnert der Strand des australischen Torquays an den des cornischen, allerdings ist dieser hier weitläufiger und die berühmten Surfwellen gewaltiger. Dieses Torquay jedenfalls ist das Mekka der australischen und internationalen Surfszene. Wir verbringen einige Zeit damit, den Surfern und ihren verschiedenen Techniken zu zusehen. Spannend. Zusehen lässt einen im starken Seewind leicht frösteln. Wandern wärmt etwas. Erwandern einige Lookouts (Aussichtspunkte). Am interessantesten für mich Danger Point. Heute ein Mahnmal für im Krieg gefallene Australier. Die waren als Commonwealthler immer mit dabei: 1. Und 2. Weltkrieg, Koreakrieg, Vietnam…Dass das so weit im Süden gelegene Torquay im 2. WK ein wichtiger militärischer Stützpunkt war und praktisch alle Australier gefordert waren, ihren Beitrag zu leisten (Männer und Frauen), hatte ich nicht vermutet. Danger Point war ein strategisch günstig gelegener Ort, hoch auf der Steilküste, von hier konnte feindliche Marine und Flieger erspäht und abgewehrt werden.

Tag 15

Great Ocean Road. Etappe Torquay bis Morengo. Natur pur und so gewaltig. Ich glaube, es ist besser, einfach nur die Bilder wirken zu lassen.

In Lorne finden wir den allerbesten Buchladen überhaupt und selbstverständlich verlassen wir das Geschäft nicht ohne Bücher. Und abends erledigen wir im Internet unsere Unterkunftsuche für die letzten 2 Nächte in Melbourne. Nachts um 12 ruft Hafenmeister vom SSV aus Schwerin. Allerdings können wir nur zurückrufen und müssen auf’s Band sprechen.


Tag 16

Morengo bis Colac.

Der Abstecher zum Leuchtturm am Cape Otway (www.lightstation.com) war eine Bildungsreise der besonderen Art für mich. Hut ab vor den Leistungen der Menschen im 19. Jahrhundert, Ehrfurcht vor der Geschichte der Urbarmachung dieses Landstriches und einmal mehr Respekt vor den Naturgewalten, die einerseits schön, andererseits unbarmherzig sind.

Und dann natürlich die Zwölf Apostel, von denen es unendlich viele Postkarten, Poster und Beschreibungen gibt. Ein paar Fotos seht ihr natürlich auch hier. Aber das alles wird der Realität nicht im Geringsten gerecht, das müsst ihr einfach mal glauben. Und viel mehr Schönes kann ich, glaub ich bald, gar nicht mehr aufnehmen. Oder? Drückt mal die Daumen, dass morgen wieder was geht. Es kommt ja noch Melbourne.


Montag, 28. Februar 2011

Achtung hier schreibt Mama! Teil 1

Das gesamtfamiliäre Abenteuer Downunder nähert sich langsam aber sicher seinem Ende. Am Sonntag, dem 13. Februar hat es in Sydney begonnen und jeder neue Tag brachte uns neue Eindrücke und Erlebnisse. Heute ist es nun endlich internet-technisch möglich, euch davon etwas zu bloggen. Unsere Stationen waren Sydney, die Blue Mountains, Canberra, Ostküste New South Wales/ Victoria, Phillip Island und seit heute die Great Ocean Road. Weiter geht’s dann noch nach Melbourne. Na gut, auf der Karte Australiens nimmt sich die Strecke nicht sooo lang aus. Doch immerhin hat unser Apollo Hitop Caravan uns schon 2 100 km gut gefahren und wir sind ja noch nicht am Ziel der Reise. Erstaunlicherweise kommen wir kleinen Menschen in dem kleinen Van- der eigentlich für zwei Erwachsene und eventuell ein Kindchen gedacht ist- irgendwie zurecht. Papa schläft in der Kinderkoje unterm Dach, die jeden Abend auf- und morgens abgerödelt werden muss. Während der Fahrt sitzen wir zu dritt alle vorne. Geht alles.


Tag 1,2,3 SYDNEY

Erstmal Mariechen knuddeln, die mit uns bei Eva's Backpackers einzieht- In Kings Cross, dem Rotlichtviertel. Marie zeigt uns ihr Sydney, führt uns zur Oper, Harbour Bridge, The Rocks ( der erste von weißen Siedlern besiedelte Stadtteil mit extra viel Flair. ) Anderntags Hop on-Hop Off Sightseeing durch ganz Sydney bis Bondi Beach. Wir fangen uns einen Sonnenbrand, weil wir immer Oberdeck fahren und die Sonne australisch brennt, auch wenn sie nicht immer zu sehen ist. Abends führt Marie uns nach Newtown, sehr charmanter Stadtteil. Dort treffen wir Gabi und Hendrik und gehen zusammen essen. Letzter Sydney-Tag: Fahren den Sydney Tower hoch, um die Stadt aus der Vogelperspektive zu bestaunen. Überhaupt staunen wir viel in diesen und den folgenden Tagen.


Tag 4

Auto abholen, es ist so so heiß und aufregender Linksverkehr fordert volle Konzentration von Papa, Mama und auch Marie. Das Campingabenteuer beginnt, finden unseren ersten Caravan Park in Emu Plains. Einkaufen bei Aldi!!! Der Kühlschrank wird gut bestückt.


Tag 5

Katoomba in den Blue Mountains. Besuchen die Scenic World. Fahren mit Eisenbahn, Kabelbahn und Bergbahn und wandern im Regenwald und bewundern die Landschaft.

Tag 6

Von den vielen Abenteuern, die wir unternahmen, war das VIERstündige Bushwalking mit Tom in den Blue Mountains mit Sicherheit ein Highlight. Zwar haben wir wegen Nebels und Regen und Wasserfall und intensiven Schwitzens vor allem viel Feuchtigkeit um uns gehabt, aber auch einen ausgeprägten Muskelkater mitgebracht. War toll, wirklich. Hinterher haben wir gelesen, dass unsere walking tour für experienced walkers (erfahrene Wanderer) geeignet war. Könnt ihr alle mal stolz sein.

Außerdem und sehr zur Freude unseres australischen Reiseleiters haben wir tatsächlich einen Lyrebird gehört und auch gesehen, was laut Tom selten passiert. Ein besonderer Vogel, der das Wappentier des Nationalparks ist und als seine Spezialität, alle Geräusche und Laute ( Klavierspiel, Kettensägen, Handyklingeltöne täuschend echt nachahmt und sie sogar in sein „Repertoire“ aufnimmt, sie nie mehr vergisst. Auf „unseren“ Lyrebird ist Tom wegen seines natürlichen Rufes aufmerksam geworden. Gemeinsam pirschen wir uns heran und kriegen ihn zu sehen. Wenn das nicht aufregend ist. Leider gibt es kein Foto davon.

Tag 7

On the road bis Moss Vale. Etwas trister Ort, fand ich. Landen hier, weil der von Tom empfohlene Campingplatz in Berrima dicht gemacht hat.


Tag 8

Unterwegs nach Canberra. Stopp in Bundanoon,...“ perhaps the prettiest of all the southern highland villages“... Ja, ja, ja! Stimmt genau. Abends kurz vor Canberra auf dem Campingplatz: „Ich glaub, ich seh ein Känguruh!“, sagt Jörn. „Ich auch!“, sagt Marie. Und dann seh ich es auch, mein erstes Känguruh. Hoppelt übern Campingplatz. Mein Herzelein hoppelt auch vor Freude.


Tag 9

Canberra Day. Die Bundeshauptstadt. Unser Hitop parkt unterm Parlamentsgebäude. Wir gehen ins Parlament, besichtigen das Repräsentantenhaus, in dem gerade debattiert wird. Gucken verschiedene Ausstellungen an und spazieren übers grüne Grasdach des Parlamentes und blicken auf das in eine liebliche Hügellandschaft gebettete Canberra. Dann besuchen wir das sehr empfehlenswerte National Museum of Australia.

Sonntag, 6. Februar 2011

Punkt Punkt Komma Klar

So jetzt hab ich mal geguckt, sind keine Rüben auf dem Feld. Dann habe ich mal auf Gabriels Blog geguckt, was wir so gemacht haben in Sydney.

Punkt Eins: Öffentliches Konzert zur ersten Nacht des Sydney Festival.
Auf der Straße stehen, sitzen und tanzen zu Aboriginal-HipHop und Afrikanischer Rock/Pop-Musik. Sehr spaßig und gegen Ende des Abends wurde es auch immer voller, nach einer Weile wurden meine Knie nur etwas schwach, da ich morgens mit vollgepackten Rucksack und schweren Tüten zum Hostel gelatscht war, während Gabriel seinen White Card-Lehrgang machte, um als Bauarbeiter arbeiten zu können.

Punkt Zwei: Sydney Sightseeing
Mit rotem Doppeldeckerbus, in dem man ein- und aussteigen konnte, wie man Lust hatte.
Damit haben wir alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert, sind durch die Gegend geschättert und haben am berühmten Opera House ein bis zwei witzige Bands angehört.



Punkt Drei: Ich habe mich tätowieren lassen, oh oh.
Mutti hat mich bis jetzt noch nicht enterbt, deswegen könnt ihr es auch ok finden. War ganz witzig im Tattoostudio, vor mir war da ein großer dicker Mann, der sich den Bauch mit einem indianischen Muster tätowieren lies. 4 Stunden saß der da und ist immer noch nicht fertig. Die Tätowierer haben sich gefreut, was für ein schnuckeliges Motiv ich mir vorher schon ausgesucht hatte und ich war stolz wie bolle. Die Idee dazu hatte ich schon ein paar Jahre lang, nicht dass ihr jetzt denkt, dass das so eine fixe, undurchdachte Handlung war. Aber ich muss mich gar nicht rechtfertigen, ich bin schon groß, ich finds gut, Papa findets gut. Das ist das Wichtigste.

Punkt Vier: Australia Day am 26.Januar (Achtung, nennen einige auch Invasion Day, wegen der Aborigines und so, also nichts mit „Tag der australischen Einheit“)
Die Australier drehen da durch wie Deutsche bei der WM, wenn Deutschland gerade einen guten Lauf hat. Alle mit Australia-Shirts und -Basecaps und -Badeshorts und -Flaggen und allem Pipapo.
In der ganzen Innenstadt gab es kostenlose Konzerte, Menschen saßen im Gras und tanzten im Freien und wir mittendrin. Abends ein großes Feuerwerk mit Musik und Segelbooten, die im Kreis rumfuhren und ihre Segel bunt beleuchtet haben. Ein Späßchen.

Punkt Fünf kommt sofort. Sven, Gabriel und ich machen uns auf in die Innenstadt zum Chinese New Year Festival. Nach meiner stichprobenartigen statistischen Überpfrüfung ist mindestens die Hälfte der Bevölkerung von Sydneys Innenstadt Asiaten. Und es sind auch immer Asiaten, die einem im Weg rumstehen. Wirklich. Gabriel sagt, ich spinne. Aber stimmt nicht. Mir stand hier noch nie ein Nicht-Asiate im Weg.

Und Punkt Sechs: wir bekommen Zuwachs. (Nein, ich bin immernoch nicht schwanger.)
Am Mittwoch kommt Hendrik und reist dann mit uns. Ist nicht immer so ein netter wie Gabriel, aber sein Abi ist besser. Ist also ok. Mama mochte den auch mal, glaube ich.

PS: Vielleicht schreibe ich noch was zum Tattoo, was das so soll und so und dann könnt ihr auch mal gucken, wie es aussieht. Jetzt aber los.

Prinzessin von und zu Sydney (und Umland)

Nach über einem Monat in Sydney komme ich endlich dazu, darüber zu schreiben. Man hat auch wirklich viiiieeel zu tun hier. Jedenfalls gibt es genug Ablenkung.

Nach unserem rasanten Flucht-Roadtrip und Silvester in der Wildnis kamen wir in der ersten Januarwoche im Großraum Sydney an und besuchten Tom, einen Bekannten von Gabriels Vater. Tom sieht aus wie der Weihnachtsmann und weiß ungefähr alles und war auch schon überall. Er lebt mit seiner Frau Robin – beide ehemalige Lehrer – und ihrem Sohn Kim und dessen Frau Koy aus Thailand in einem Haus mit viel Grün drum herum in einem Vorort von Sydney – eine Stunde Zugfahrt bis zum Zentrum.
Am ersten Abend wurden wir mit einer kleinen Familiengrillfeier begrüßt, zu der auch die bereits ausgezogene Tochter Jessy und deren Freund kamen. Der hat vor kurzem ein Musikvideo für den britischen Popstar Will Young gedreht. (Könnt ihr ja mal googlen, wenn ihr mögt.) Der hat ihn aber immernoch nicht bezahlt. Stellt euch das mal vor.

Am nächsten Tag fuhren Tom und Robin mit uns durch Nationalparks zu verschiedenen Aussichtspunkten rund um Sydney, sodass wir aus der Ferne schon mal einen Blick auf Sydney Harbour und den berühmten Bondi Beach werfen konnten. Ohne dass wir vorher etwas abgesprochen hatten, wohnten wir insgesamt etwa eine Woche kostenlos bei Tom und wurden super verpflegt. Angenehm, mal wieder in einem richtigen Bett zu schlafen.

Tom versuchte auch uns bestmöglich bei der Jobsuche zu unterstützen. Wir durchforsteten mehrere Internetseiten und Zeitungsannoncen und stellten fest, das Kellnerinnen bzw. Barpersonal am meisten gesucht wurde, also meldete ich mich für einen Responsible Service of Alcohol Kurs (kurz RSA) an, RSA Zertifikate sind nämlich für Personal vorgeschrieben, wenn eine Lokalität Alkohol ausschenkt.
Der sechsstündige Kurs war dem Umständen entsprechend sogar fast witzig. Der Tutor ist im Hotelgeschäft aufgewachsen und nun Besitzer einiger Bars und Pubs und plauderte allerhand von seinen Berufserfahrungen, um die von der Regierung angeordneten sechs Stunden rumzukriegen. Natürlich haben wir auch inhaltlich etwas neues gelernt, wobei man den Großteil der Testfragen auch mit gesundem Menschenverstand und Schulwissen beantworten konnte. Es ist noch nie jemand durch diesen Test gefallen, bei dem man auch sein „Lehrbuch“ zur Hilfe nehmen darf. Aber ich muss ehrlich sagen, dass der Kurs lehrreich war und man danach anders über seinen Alkoholkonsum nachdenkt. Betrunken heißt auf Englisch „Intoxicated“, was man auch als „vergiftet“ übersetzen kann. Jaha, da denkt mal drüber nach, Freunde!
Australien geht da ganz gut mit „intoxicated people“ um, finde ich. Sobald das Personal merkt, dass ein Gast betrunken oder angetrunken ist, darf er nicht mehr Alkohol serviert bekommen und muss aus dem Lokal verwiesen werden. Ohne Wenn und Aber.

Mit dem Zertifikat und Lebenslauf in der Hand bin ich dann mehrere Tage lang durch die Straßen gelaufen und habe mich bei verschiedenen Bars und Restaurants beworben. Mittlerweile hatten wir in ein Hostel im Viertel Newtown eingecheckt – nur zehn Minuten mit der Bahn bis zum Zentrum. Die Bewerbungen waren auch nach zwei Wochen erfolglos, was mich nicht abhielt Newtown ganz und gar wunderbar zu finden. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt: viele junge Menschen, die alle ein bisschen anders sind und aussehen, als ob sie einen kleinen, witzigen Knacks haben, sich die Haare kunterbunt färben und sich für die schönen Künste interessieren und viele kleine tolle Secondhand-, Musik-, Mode-, Buch- und Kunstläden zwischen all den Cafés und Restaurants. Am Wochenende gibt es einen Flohmarkt ohne Plunder dafür mit echten brauchbaren Schätzen. Abseits der Hauptstraße – der King St – gibt es Parks und schmale Straßen von kleinen Häuschen mit Balkonen mit schnuckeligen, schnörkeligen Verzierungen an den Geländern. In der Hitze stehen die Haustüren offen und man kann bis ins Grüne im Hinterhof gucken. Ihr merkt, ich bin ein bisschen verliebt.

Die Leute im Hostel sind nett und witzig.(JAA! Der Schulaufsatz-Stil bleibt!) Die Jungs an der Rezeption kennen mich mit Namen und sind sehr hilfsbereit. Die meisten Gäste sind schon mehrere Wochen hier, weil sie arbeiten oder weil es hier einfach so schön ist. Ein Großteil der Gäste sind Deutsche, dann gibt es natürlich Franzosen sowie Engländer, Australier, Holländer, Italiener, Neuseeländer, eine Schweizerin, eine Kanadierin und den Iren Stuart, den aufgrund seines schönen Akzentes alle nur „Stööört“ nennen. (Nicht weil er stört, sondern weil er das so ausspricht.)

Gabriel und ich wohnen in einen Sechser-Zimmer, wo außer mir nur Jungs schlafen. Der Neuseeländer Mike wohnt hier schon seit mehreren Monaten, hat das Zimmer mit Postern dekoriert und arbeitet in der Spätschicht als Gabelstablerfahrer. Neuerdings redet er nicht mehr mit uns, weil wir vermutlich mit Sven unter einer Decke stecken. Sven wohnt auch bei uns im Zimmer, ist 29 und kommt aus Paderborn – ein Spaßvogel. Sein Fehler, er hat mit einem Mädchen gesprochen, in das Mike verliebt ist, nachdem er sich einmal mit ihr unterhalten hat. Tja, wo die Liebe hinfällt, da wächst kein Gras mehr. Oder so.

Vor ein paar Tagen ist der Franzose, der im Bett über mir schlief, ausgezogen. Wurde auch langsam Zeit, wenn ihr mich fragt. Der war nämlich ein komischer Kauz, davon konnte ich im Laufe der Zeit auch alle anderen Zimmerbewohner überzeugen. Frenchie hat nämlich nachts ganz laut rumgepupst und im Bett rumgewackelt und nicht auf mein „Salut!“ geantwortet. Da kenn ich nichts.

Heute morgen ist Zimmerliebling JD ausgezogen. JD ist kurz für einen indischen Namen, den er uns nicht verraten hat, viel zu kompliziert. Alle nennen ihn einfach JD. Seine Familie kommt aus Pakistan, er ist in Indien geboren und in Dubai aufgewachsen und bezeichnet sich als Australier. Hier lebt er nämlich schon seit ein paar Jahren und arbeitet als Studiotechniker in verschiedenen Musikstudios, früher in Byron Bay und zur Zeit macht er ein Praktikum in Sydney. Nach mehreren Wochen auf Wohnungssuche hat er nun ein Apartment gefunden, wo er ein Zimmer ganz für sich hat.
Heute sind zwei neue Jungs eingezogen, ein Deutscher und ein Asiate, der ein Auge auf Sven geworfen hat. Schon eine spaßige Angelegenheit, mit fünf Jungs zusammen zu wohnen. Nur nicht, wenn die rumpupsen und das durch den Ventilator an der Decke im ganzen Raum verteilt wird. Und scheinbar hat Mike auch ein Problem, wie lange ich dusche. Seine einzigen Worte zu mir waren nämlich „You're quite a princess, aren't you?“ als ich aus dem Bad kam und er fix hineingehuscht ist. Sollte vermutlich böse sein. Stört mich gar nicht. Bin ich halt ne Prinzessin. Tsss.

(Hier ist jetzt mal eine Zäsur [ooho, Fremdwort], weil ich memorieren muss, was noch so passiert ist. Ihr könnt euch ja mal einen Kaffee holen oder eine Toilettenpause machen)

Freitag, 14. Januar 2011

Zwischen den Jahren, Kapitel 2

Das „On the Road again“-Gefühl ließ lange auf sich warten.

Die erste Etappe war verhältnismäßig kurz. Es regnete ununterbrochen und so hielten wir vor Einbruch der Dunkelheit im kleinen Küstenkaff Cardwell, unmittelbar vor dem ersten kritischen Punkt der Strecke, den wir nicht nachts passieren wollten.

Laut Internetauskunft war die vor uns liegende Straßenabschnitt sowieso gesperrt und so parkten wir auf einem scheinbar fast verlassenen Campingplatz ca 200 Kilometer südlich von Cairns.

Gabriel musste mehrmals klingeln, bis der Besitzer erschien und uns freundlich einwies. Die Küche sie etwas unaufgeräumt, da gerade keine anderen Gäste da wären. Hätte mich auch gewundert – bei dem Regen.

Er gab uns den Tipp, dass der Wasserstand morgens am Niedrigsten sei, sodass dann die Straße womöglich geöffnet sein würde.

Bei Tortilla, Bratwurst und Solo, unserer australischen Lieblingslimonade, schauten wir in der verlassenen Küche zum ersten Mal seit Monaten Fernsehen. Es lief eine Weihnachtsfolge der Simpsons und wir stellten fest, dass es tatsächlich schon Heiligabend war. Doch so fühlte es sich kein bisschen an.

Wir krochen früh in unsere Betten und morgens früh wieder hinaus. Draußen war es kalt, nass und dunkel – frohe Weihnachten.

Am Weihnachtsmorgen sahen wir nichts außer grauen Himmel und leere Straßen. Mir kam es so vor, als ob wir uns still und heimlich aus dieser Gespensterstadt davon stehlen würden, in der wir tatsächlich nicht mehr als einen Menschen gesehen hatten. Aber die anderen Bewohner verrammelten sich vermutlich in ihren Häusern – bei dem anhaltenden Regen kein Wunder.


Im Auto beschlugen die Scheiben, draußen passierten wir überflutete Felder am Straßenrand. Wir hielten in Innisfail, um uns wie bereits in Cairns auf der Polizeiwache über die aktuelle Kondition des Highways zu informieren.

Dort erhielten wir die Auskunft, die Straße wäre gesperrt und Hunderte würden dort an der Straße warten. Die Polizistin riet uns, Essen für mehrere Tage mitzunehmen. Zum Abschied wünschte sie uns „viel Glück“, was aus dem Munde einer „offiziellen Auskunft“ eher beunruhigend als aufbauend wirkt.

Also kauften wir Brot und Müsliriegel sowie einen Regenschirm und machten uns auf den Weg.

Tatsächlich war die Straße aber nur an zwei kurzen Streckenabschnitten „gesperrt“. Während wir in einer Schlange von ungefähr 15 (statt 100) Autos warteten, von Polizisten dirigiert zu werden, waren wir schon ein wenig enttäuscht. Als wir nach ein paar Minuten (statt Tagen) die Straße passieren durften, waren maximal 10 bis 15 cm Wasser auf einer Länge von ca. 30 Metern. Das spritze zwar ordentlich , war ansonsten aber nicht weiter dramatisch. Da hatten wir mit mehr gerechnet.

An anderen Stellen, wo der Verkehr von der Polizei geregelt wurde, ragte das Wasser gerade mal bis an den Rand der Straße heran.

In Brisbane verfuhren wir uns ein ein-, zweimal, erreichten die Grenze zu New South Wales ohne weitere Probleme.

Ab jetzt konnten wir es etwas langsamer angehen lassen – aber das Wetter war uns immernoch nicht gut genug, um für längere Zeit zu bleiben, also fuhren wir weiter südwärts.

New South Wales' große Campingplätze sind zur Ferienzeit leider alles andere als Backpackerfreundlich und sehr teuer. Also suchten wir uns einen kleinen Campingplatz in einem Nationalpark und parkten nachts im Dunklen, wir konnten nur irgendwo das Meer rauschen hören. Am nächsten Morgen war es ungewöhnlich windig, als ich aus dem Auto kletterte. Kein Wunder, wir standen ungefähr 20 Meter von der Steilküste entfernt und vor unseren Füßen hoppelten ein paar Kängurus ganz friedlich übers Gras.

Nach zwei Übernachtungen zum Verschnaufen machten wir uns erneut auf den Weg, um eine billige Unterkunft für die nächste Nacht zu finden und fuhren in einen weiteren Nationalpark.


Dort fanden wir endlich ein kleines Paradies. Wir parkten auf einem kleinen Platz unter Palmen direkt hinter dem Strand. Abends lüfteten wir das Auto gründlich, dem die feuchte Luft nicht so gut bekommen war.

Am nächten Tag legten wir uns an den Strand und entspannten uns und lasen und badeten zum ersten Mal im Ozean.

Die nächsten vier Nächte verbrachten wir auf einem Platz mitten im Wald, der uns hervorragend gefiel, vorallem, weil wir nichts bezahlen mussten. Silvester machten wir mit Lagerfeuer und zur Feier des Tages gab es Kartoffeln und Bratwurst über dem Feuer zubereitet.

So sind wir entspannt ins neue Jahr gestartet und haben uns gefreut, vor dem schlimmen Wetter im Norden davongekommen zu sein.